Pressemitteilung des ZAST

Die Einhaltung gesetzlicher Anforderungen bei der Abwasserbeseitigung sowie allgemeine Kostenentwicklungen zwingen den ZAST zur Erhöhung der Abwassergebühren zum 01.01.2018
An der bereits im Jahr 2000 getroffenen Festlegung, Gebührenanpassungen maximal entsprechend der Steigerung der Lebenshaltungskosten bei Sicherung einer sozialverträglichen Belastung der Abgabepflichtigen vorzunehmen, konnten wir in den vergangenen sieben Jahren festhalten. Um die Aufgabe der Abwasserbeseitigung aber auch in Zukunft kostendeckend zu erfüllen, ist eine Gebührenerhöhung zum 01.01.2018 unumgänglich.

Durch Ausnutzung aller Sparpotentiale war es uns möglich, die Abwassergebühren in den letzten sieben Jahren stabil zu halten. Beispielsweise konnten die Personalkosten durch den sozialverträglichen Abbau von zwölf Stellen auf einem konstanten Niveau gehalten werden. Nichts desto trotz wirken sich die allgemeinen Preissteigerungen auch im Verband auf die Höhe der Betriebskosten aus.
Ein weiterer Faktor liegt im weiter anhaltenden Bevölkerungsrückgang im Verbandsgebiet. Dadurch müssen die Kosten der Abwasserbeseitigung durch immer weniger Einwohner finanziert werden. Zum 01.01.2011 lebten im Verbandsgebiet noch 56.770 Einwohner, waren es zum 01.01.2016 noch 54.463 Einwohner. Innerhalb von fünf Jahren entspricht dies einem fiktiven Wegfall eines Verbandsmitgliedes, wie beispielsweise des Ortsteils Sosa. Ein weiterer Faktor ist der vergleichsweise geringe Wasserverbrauch im Erzgebirgskreis. Während der Durchschnittsverbrauch in Deutschland pro Einwohner bei 121 Litern/Tag liegt, werden im Verbandsgebiet durchschnittlich 75 Liter pro Einwohner am Tag verbraucht.
Die Entscheidung der Verbandsräte vor mehr als 25 Jahren, die Aufgabe der Abwasserbeseitigung durch die Mitfinanzierung der Abwasseranlagen über Abwasserbeiträge zukunftssicher zu gestalten, wird durch die aktuelle Zinspolitik leider nicht belohnt. Jedoch wird es dadurch auch perspektivisch möglich sein, die anstehenden Aufgaben und umweltpolitischen Ziele der Abwasserbeseitigung, von Finanzierungskonditionen unabhängig, auch für nachfolgende Generationen langfristig abzusichern.
Auch in den kommenden Jahren sind weitere Ersatzinvestitionen von jährlich 3 Mio. Euro in den vorhandenen Bestand an Abwasseranlagen, insbesondere in vorhandene Abwasserkanäle, zwingend erforderlich. Gut 1/3 des Kanalbestandes wurde vor 1960 errichtet und muss entsprechend erneuert oder saniert werden.
Undichte Kanäle stellen eine erhebliche Gefahr für die Umwelt dar und können durch ihre Lage im öffentlichen Verkehrsbereich zu Beeinträchtigungen führen.
Ein Kubikmeter Abwasser, das in öffentliche Kanäle eingeleitet und durch ein Klärwerk gereinigt wird, kostet künftig 3,26 EUR; für Abwasser, das durch eine vollbiologische Kleinkläranlage vorbehandelt und in öffentliche Kanäle eingeleitet wird, 1,81 EUR. Für einen 4-Personen-Haushalt bedeutet dies bei Anschluss an eine öffentliche Kläranlage eine monatliche Mehrbelastung in Höhe von 2,61 EUR.
Für Abwasser, das aus abflusslosen Gruben und Kleinkläranlagen entnommen, abgefahren und in einer Kläranlage gereinigt wird, beträgt die Abwassergebühr künftig 29,81 EUR je Kubikmeter. Der Preisanstieg hier ist auf die Erhöhung der Transportkosten des beauftragten Unternehmens zurückzuführen.
Mit der Änderung der Abwassersatzung werden die Änderungen der Gebührensätze zum 01.01.2018 wirksam. Die Verbrauchsermittlung erfolgt durch Hochrechnung zum 31.12.2017. Wer seinen Trinkwasserzählerstand zum 31.12. selbst ablesen will, kann den Zählerstand unter Angabe der Kundennummer innerhalb von vier Wochen dem ZAST schriftlich mitteilen.

Aue, den 12.10.2017
Voigt, Geschäftsleiterin